BA Inhaltsanalyse: Inhalte öffentlicher Kommunikation KF
Dozent:innen: Dr. Nora Denner; Felix Valentin Dietrich; Prof. Dr. Simone Christine Ehmig; Hannah Fecher; Prof. Dr. Marcus Maurer; Prof. Dr. Michael Scharkow; Yannick WinklerKurzname: HS Inhaltsanalyse
Kurs-Nr.: 02.303.16_110
Kurstyp: Hauptseminar
Inhalt
Kurs A (Maurer)Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll in seinem Gesamtprogramm (politisch) ausgewogen und vielfältig berichten, also auch in fiktionalen Inhalten wie z.B. Serien oder Spielfilmen. Während dies in Nachrichtenformaten relativ gut untersucht ist, ist bislang aber vollkommen unklar, wie man Ausgewogenheit und Vielfalt im Unterhaltungsprogramm messen kann. Wir wollen im Kurs deshalb zunächst Kriterien hierfür entwickeln und anschließend eine Inhaltsanalyse verschiedener öffentlich-rechtlicher Unterhaltungsformate durchführen, in der wir z.B. erfassen, welche Themen und Akteure in den Sendungen vorkommen, und welche gesellschaftlichen Stereotype dort dominieren.
Kurs B (Denner)
Soziale Medien sind für Unternehmen und ihre Kommunikation von essenzieller Bedeutung, da sie es Unternehmen ermöglichen, ihre Botschaften direkt, visuell und emotional zu vermitteln. Dabei spielt auch die Kommunikation von Corporate Social Responsibility (CSR) und freiwilligem gesellschaftlichem Engagement eine zunehmend wichtige Rolle.
In unserem Seminar konzentrieren wir uns auf die inhaltsanalytische Untersuchung von Social-Media-Inhalten von Unternehmen, beispielsweise auf Plattformen wie LinkedIn, YouTube, Instagram oder TikTok. Ziel ist es, zu analysieren, wie Unternehmen soziale Verantwortung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Engagement darstellen und welche Narrative, Strategien und Inszenierungsformen sie dabei nutzen. Die Studierenden haben zudem die Möglichkeit, eigene Ideen und Forschungsinteressen in den Kurs einzubringen.
Gemeinsam entwickeln wir dazu messbare Kategorien zur Erfassung von CSR-Kommunikation. Die Inhalte werden anschließend systematisch codiert und ausgewertet.
Kurse C (Scharkow), E (Dietrich) und F (Winkler):
In den Kursen sollen die TeilnehmerInnen in Gruppen (meist 4-5 Studierende) ausgehend von einer selbstgewählten kommunikationswissenschaftlichen Fragestellung eine quantitative Inhaltsanalyse selbst planen, durchführen und auswerten. Dabei sollen Vorgehensweise und konkrete praktische Probleme verschiedener Verfahren verdeutlicht werden.
Die Kurse sind Teil des Computational Methods Angebotes, d.h. sie bieten die Möglichkeit, Verfahren der automatischen Inhaltsanalyse kennenzulernen und praktisch an Beispielen einzuüben. Es steht den Studierenden jedoch frei, im Rahmen der Projektarbeit manuelle Inhaltsanalysen durchzuführen.
Kurs D (Ehmig)
Die Veranstaltung knüpft an ein Metavorhaben an der FU Berlin an (metaqualitaet.de), für das eine systematische Analyse von Dokumenten durchgeführt werden soll, die Transferlogiken und -prozesse zwischen Bildungsforschung und Schulen erkennen lassen.
Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme ist die aktive Mitarbeit im Plenum und in Ar¬beitsgruppen, die Erfüllung von Aufgaben im Rahmen der Codebucherstellung, Codierung und Analyse.
Ziel des Kurses ist, dass die Teilnehmenden eine kleine Studie mit klarem Anwendungsbezug von der Planung bis zur Ergebnisdarstellung komplett selbst durchführen. Der Erfolg hängt maßgeblich von einer möglichst lebendigen und zielgerichteten Zusammenarbeit aller Teilnehmenden miteinander und mit der Kursleiterin ab.
Kurs G (Fecher)
Die im September anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen im Zeichen möglicher Machtverschiebungen. Erstmals erscheint dabei auch ein Eintritt der AfD in Regierungsverantwortung in Sachsen-Anhalt als denkbares Szenario. Der Wahlkampf findet dabei längst nicht mehr nur in klassischen Medien statt, sondern verlagert sich zunehmend auf Plattformen wie TikTok, wo insbesondere Parteien am politischen Rand hohe Reichweiten und Sichtbarkeit erzielen.
Der Kurs untersucht mittels quantitativer Inhaltsanalyse von TikTok-Videos, wie Abgeordnete und ihre Parteien TikTok im Vorfeld dieser Landtagswahlen nutzen und welche kommunikativen Strategien dabei zum Einsatz kommen, z.B. Emotionalisierung, populistische Kommunikationsmuster, thematische Schwerpunkte und Unterhaltungselemente. Im Rahmen des Projekts haben die Studierenden die Möglichkeit, an einem sehr aktuellen und gesellschaftlich relevanten Thema zu forschen und eigene analytische Schwerpunkte sowie Projektideen zu verwirklichen.